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Karriere-Forum: Bewerbungstipps


Die Entscheidung liegt beim Esel: Tipps zum Assessmentcenter

Ein Assessmentcenter begegnet Ihnen auf Ihrem Karriereweg nicht unbedingt nur beim Bewerbungsverfahren zum Berufseinstieg. Gerne wird dieses Auswahlverfahren auch für die interne Besetzung, zum Beispiel von Führungspositionen, verwendet.

Was ist ein Assessmentcenter?
Endlich hat das Bewerbungsschreiben Erfolg gehabt. Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch liegt auf Ihrem Tisch. Doch was lesen Sie da: Wir laden Sie herzlich zum Assessmentcenter ein. Was ist das nun wieder!!

Vorläufer des Assessmentcenter oder kurz AC finden sich bereits bei Pythagoras, der ein strukturiertes Auswahlverfahren bei Anwärtern auf seine Gefolgschaft anwendete. Im 17. Jahrhundert fand es seinen Weg in die Armee und diente zur Offiziersauswahl in Amerika. In den 50er Jahren hielt es Einzug in die Unternehmen, zunächst wieder in den USA. Seit Mitte der 70er Jahre wird es auch in Deutschland zur Personalauswahl eingesetzt. Viele namhafte Unternehmen setzen seither dieses Auswahlverfahren bei Führungskräften aber auch vermehrt zur Auswahl des Führungskräftenachwuchses gerne ein.
Was unterscheidet das AC denn nun vom klassischen Vorstellungsgespräch. Zunächst einmal werden Sie nicht alleine geprüft, sondern in einer Gruppe bis zu 12 Personen. Ein bis zwei Tage werden Sie bei einem AC geprüft. Permanent, selbst beim abendlichen gemütlichen Beisammensein, befinden Sie sich unter ständiger Beobachtung. Das ist Stress pur. Aber auch eine Chance. In einem klassischen Vorstellungsgespräch bleiben Ihnen gerade einmal ein bis zwei Stunden, um sich zu profilieren. Geht etwas schief, bleibt wenig Zeit für eine Korrektur. Im Assessmentcenter können Sie einen Patzer wieder korrigieren.
In einem AC geht es immer um das „wie“: Wie gehen Sie an ein Problem an. Wie entwickeln Sie einen Lösungsansatz. Wie diskutieren Sie. Wie behaupten Sie sich im Team. Wie reagieren Sie auf Stress usw. Bei den einzelnen Aufgaben des AC wie zum Beispiel Diskussionen, Fallstudien, Vorträge, Rollenspiele, Tests und Interviews werden Sie von einem Beobachter-Team unter die Lupe genommen. Diese Beobachter entscheiden letztendlich über Ihre Person. Daneben steuert ein Moderator den Gesamtablauf des AC. Er ist derjenige, der das AC vorbereitet und die Übungen gegebenenfalls auch zusammengestellt hat und nicht selten auch versucht, die Veranstaltung etwas aufzulockern.

Wie kann man sich auf ein Assessmentcenter vorbereiten?
Zunächst einmal sollten Sie locker bleiben. Ein AC ist nicht die unheimliche Begegnung der dritten Art, wie es manche Bewerbungshandbücher gerne dargestellen. Da es sich in einer Gruppe auch um Kandidaten aus unterschiedlichen Fachgebieten handeln kann, sind die Themen zu den einzelnen Aufgaben meist aus allgemeinen betriebswirtschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Bereichen. Um auch mitdiskutieren zu können, ist die Lektüre von entsprechenden Zeitungen und Zeitschriften empfehlenswert. Ihre Beobachter sind Menschen. Das bedeutet, der Sympathiefaktor spielt unweigerlich auch beim AC eine große Rolle und entscheidet mit. Ängstlich und verkrampft oder aufgesetzte Coolness erzeugen eher Antipathie. Seien Sie natürlich und immer Sie selbst.

Wie läuft ein Assessment-Center ab?
Die meisten ACs laufen nach folgendem Schema ab: Erläuterung des AC und Bekanntgabe des Zeitplans. Moderator und Beobachter stellen sich vor. Dann stellen Sie sich vor. Danach beginnen die Übungen, z.B. Gruppendiskussion, danach Kaffeepause, dann kombinierte Einzel- und Gruppenübungen oder Fallstudien, Mittagessen. Als nächstes Rollenspiele, zum Beispiel Verkaufsverhandlungen, Kaffeepause und zum Abschluss des ersten Tages eine Präsentation. Abends steht meistens ein gemeinsames Abendessen und eine Unternehmenspräsentation auf dem Programm. Am zweiten Tag des AC werden Sie häufig mit Interviews sowie auch mit Tests konfrontiert. Dann beraten sich die AC-Beobachter untereinander. Abschluss bildet dann das mit Bangen erwartete Feedback. Hier wird Ihnen dann mitgeteilt, ob Sie es geschafft haben. Falls nicht, nutzen Sie die Gelegenheit, um nach den Hintergründen zu fragen. Auch aus einem nicht bestandenen AC kann man viele interessante Aspekte für sich selbst mit nach Hause nehmen. Und Kopf hoch, wenn Sie nicht zu den Kandidaten gehören, heißt das noch lange nicht, dass Sie nicht qualifiziert sind. Jedes Unternehmen setzt andere Schwerpunkte bei der Personalauswahl. Es ist wie beim Topf, der den passenden Deckel benötigt. Mit dem AC hofft das Unternehmen einen Struktur in die Suche zu bekommen.
Neben einer Vielzahl von Literatur zum AC ist es immer von Vorteil, wenn man die Gelegenheit wahrnimmt, ein Probe-AC ohne Druck mitzumachen. Unternehmen bieten Probe-AC im Rahmen von Jobmessen oder über Studenteninitiativen an.

Aber wie ist denn das nun mit dem Esel? Tja, das ist das Beispiel zum Schluss: Kandidaten eines ACs sollten sich in die Rolle des Pressesprechers im Bundestag versetzen. Ein neues Gesetz wurde verabschiedet. Dieses Gesetz soll nun der Presse überzeugend dargelegt werden. Das Gesetz lautet: „Jede Familie in Deutschland muss ab sofort einen Esel halten“. Die Kandidaten hatten 10 Minuten Vorbereitungszeit und dann folgte ein Vortrag von vier Minuten pro Kandidat. Also dann mal los! Die Zeit läuft.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) M.A. Angela Schütte







Der Messeknigge - Erfolgreiche Gespräche auf der Jobmesse



1. Warum eine Jobmesse besuchen?
Wer sein Studium beendet hat, steht meist recht verloren vor den Stellenanzeigen. Knappe Jobbeschreibungen sagen wenig Konkretes über die ausgeschriebene Stelle. Glanzvolle Darstellungen im Internet oder in Karrieremagazinen als weitere Informationsquelle bleiben oft vage oder suggerieren eine ideale Arbeitswelt in perfekten Unternehmen. Besonders dem Berufseinsteiger wird nicht immer klar, was sich wirklich hinter dem Job und dem Unternehmen verbirgt.
Erst, wenn die Hürde der schriftlichen Bewerbung genommen ist und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ansteht, können Fragen fundiert geklärt werden. Für den Bewerber ist es dann besonders bitter, wenn er feststellt, dass das Unternehmen so gar nicht seinen Erwartungen entspricht. Besonders in Zeiten der Krise sollte der Bewerber die Chance nutzen, möglichst effektiv und frühzeitig potentielle Arbeitgeber kennenzulernen. Nicht nur, um für sich interessante Unternehmen ausfindig zu machen, sondern auch, um rechtzeitig ein Netzwerk zu bilden und den Fuß zum Berufseinstieg oder -umstieg in der Tür zu haben.
Am besten ist dieses Networking im Gespräch möglich. Denn nur hier können alle relevanten Fragen gestellt werden und als Bewerber bietet sich die Chance sich gleich ins rechte Licht zu rücken.
Im Gespräch lernen Sie als Bewerber die Menschen kennen, mit denen ich vielleicht später im Team arbeiten, Probleme lösen und neue Konzepte entwickeln werden. Sind sie sympathisch? Die Sympathie spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Jobsuche und der Bewerberauswahl. Nicht nur der Bewerber sucht sympathische Kollegen, sondern auch das Unternehmen sucht Mitarbeiter, die in die Sympathiestruktur des Unternehmens passen, ganz unabhängig von der Qualifikation. Einen Eindruck gewinnen, kann auch das Unternehmen nur im Gespräch, nicht durch Bewerbungsunterlagen.
Für dieses erste Beschnuppern und Kennenlernen ist die Jobmesse ideal. Bewerber und Unternehmen können im lockeren Rahmen und zwanglos miteinander reden, sich kennenlernen und Informationen austauschen. Fragen stehen hier absolut im Vordergrund.

2. Was bietet eine Jobmesse?
Eine Jobmesse ist ein Paradies für Jobsuchende. Wo hat der Bewerber sonst die Gelegenheit viele Unternehmen auf einen Schlag nach Job- und Karrieremöglichkeiten zu befragen? Hier können Vergleiche unmittelbar gezogen werden und Fragen über Fragen gestellt werden. Zum Beispiel können Absolventen die Einstiegsprogramme hinterfragen und mit den eigenen Karrierevorstellungen vergleichen. Berufsumsteiger mit Veränderungsplänen können diese anhand Möglichkeiten am Arbeitsmarkt ausloten.
Neben den Gesprächen direkt am Messestand, für die keine Anmeldung benötigt wird, bieten einige Jobmessen auch die Möglichkeit von Einzelgespräche, die vorab vereinbart werden können. Interessenten müssen sich hierfür meist vorab bewerben. Diese Gespräche können mit einem ersten Vorstellungsgespräch verglichen werden, da dem Unternehmen die Bewerbungsunterlagen bereits vorliegen. Ist man nicht unter den Auserkorenen, heißt das aber noch lange nicht, dass das Unternehmen kein Interesse hat. Ein Gespräch am Messestand kann und sollte immer gesucht werden. Um eine Jobmesse optimal für sich nutzen zu können, ist jedoch eine gute Vorbereitung nötig.

3. Mit guter Vorbereitung zu erfolgreichen Gesprächen

3.1. Messetage planen
Ein Messekatalog wird manchmal bereits im Vorfeld z.B. an der Hochschule verteilt. Aber auf jeden Fall können im Internet Informationen über ausstellende Unternehmen abgefragt werden. Jobmessen bieten neben den Messeständen meist noch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Unternehmenspräsentationen. Deshalb ist eine zeitliche Planung immer eingeplant werden. Deshalb ist es ratsam genügend Zeitpuffer vorzusehen. Hauptandrang ist meist am späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag.
„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Dieses Sprichwort gilt auch für die Jobmesse. Wer morgens kommt, trifft auf ausgeruhte und motivierte Unternehmensvertreter, die noch Lust auf Gespräche haben. Nutzen Sie diesen Vorteil. Rahmenveranstaltungen können in Pufferzeiten eingebaut werden oder bieten sich eher für den späteren Nachmittag an, wenn alle interessanten Unternehmen besucht worden sind. Planen Sie auch Zeit ein, in der Sie sich Notizen zu geführten Gesprächen machen und sich auf das nächste Gespräch vorbereiten.

3.2. Unternehmensrecherche und Fragen
Dem Messekatalog und dem Internet können Sie erste Informationen zu den ausstellenden Unternehmen entnehmen. Sie sollten unbedingt auch die Webseite des Unternehmens studieren und ggf. sogar interessante konkrete Stellenangebote, die Sie dort finden, mit auf die Messe nehmen. Wer sich nicht vorbereitet, riskiert auf der Jobmesse nur Standardantworten von Unternehmensvertretern und bekommt meist lediglich die Informationen, die auch im Internet zu lesen sind. Es wird sehr schnell von den Unternehmensvertretern registriert, ob Sie sich vorab informiert haben oder einfach nur einmal so vorbei schauen.
Sie sollten also mit möglichst vielen konkreten Fragen auf die Messe gehen. Spickzettel sind erlaubt. Deshalb können Sie alle Fragen, die Sie an die Unternehmen richten möchten, aufschreiben und die Notizen zum Gespräch mitnehmen. Vorteil ist, dass Sie damit dem Gespräch eine Struktur geben. Auch wird Ihnen später einen Vergleich zwischen den Unternehmen erleichtert, wenn Sie bestimmte Punkte bei allen abfragen. Gerne können Sie sich während des Gespräches auch Notizen machen. Dies gilt bei Gesprächen am Messestand, aber auch bei den Einzelgesprächen, obwohl diese im Charakter mehr einem Vorstellungsgespräch ähneln.
Bei beiden Gesprächstypen stehen von Ihrer Seite die Informationsbeschaffung und die Beantwortung Ihrer Fragen im Vordergrund. Gerade wegen des wieder ganz guten Arbeitsmarktes für junge Akademiker sollten Sie die Jobangebote und die Möglichkeiten im Unternehmen für sich genau prüfen und nicht beim erst besten Angebot gleich zuschlagen. Bleiben Sie Ihren Wünschen und Visionen treu und legen Sie mit dem Berufseinstieg die Weichen für Ihre persönlichen Karriereziele. Denn das Fundament auf welches Sie die Karriereleiter stellen, sollte gerade zu Beginn das Richtige sein. Um einen solchen Weg gehen zu können, bietet die Messe die Möglichkeit, sich über die Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren und genau herauszufinden, welche Erfahrungen und Fähigkeiten für Ihren Bereich relevant sind.
Nicht alle Branchen waren gleichermaßen von der Krise betroffen und haben sich somit auch ganz unterschiedlich von ihr erholt. Auf der Jobmesse können Sie in kurzer zeit ganz unterschiedliche Branchen und Karrierewege erkunden. Welche Aufgaben hat der Ingenieur oder Naturwissenschaftler beim Unternehmensberater? Kann ich meine Fachkenntnisse aus dem Studium anwenden und erweitern, um später wieder in ein Industrieunternehmen einzusteigen? oder Werde ich hier optimal auf zukünftige Führungsaufgaben vorbereitet und kann damit einen anderen interessanten Karriereweg einschlagen?
Wer jetzt den Job wechseln möchte oder muss, kann sich durch die momentane Konjunkturlage verbessern. Innovative Köpfe brauchen die Unternehmen gerade jetzt. Deshalb gilt neben den umfassenden Fragen zum Unternehmen und passenden Stellenangeboten, natürlich auch die optimale Darstellung der eigenen Person.

3.3. Erfolgreiche Selbstdarstellung auf der Jobmesse
Sich im Vorfeld auf die Unternehmen vorbereiten und mit Fragen an die Unternehmen auf die Messe gehen, ist ein wichtiger Punkt. Der andere ist eine gelungene Selbstdarstellung. „You never get a second chance for your first impression”. Nehmen Sie sich diesen Ausspruch zu Herzen. Auf einer Jobmesse, wie werden Sie auf Unternehmensvertreter stoßen, die über Ihr Fortkommen im Bewerbungsprozess entscheiden werden. Sympathie ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wie zu Beginn schon bemerkt wurde. Nicht umsonst bestätigen mir erfahrene Personaler immer wieder, dass sich Bewerbungsgespräche oft in den ersten fünf Minuten entscheiden. Neben all dem Fachwissen und Qualifikation, die Sie mitbringen, muss einfach Ihre „Nase“ zum Unternehmen passen. Im Grunde genommen will aber nicht nur das Unternehmen, sondern auch Sie im Gespräch feststellen, ob sie zueinander passen. Die Gespräche auf der Messe bieten hierfür einen lockeren und unverbindlichen Rahmen, das herauszufinden. Eine effektive Selbstdarstellung schüttelt kaum ein Bewerber aus dem Ärmel. Vorbereitung ist auch hier notwendig.
Unternehmen suchen zielorientierte Bewerber, die Ihre Fähigkeiten und Stärken kennen. Was will ich eigentlich? Wo möchte ich in den nächsten Jahren beruflich stehen? Was kann ich? Welche Bereiche möchte ich aufbauen? Was muss bzw. möchte ich noch lernen? Und: auf der Messe bin ich, um herauszufinden: Was ist möglich?
Der Student, der einen Praktikumsplatz sucht, definiert die Zielorientierung anders, als der Berufsumsteiger, der seinen Karriereweg bewusst plant. Der Student möchte lernen und unterschiedliche Karrierewege kennenlernen, ohne bereits konkrete Ziele vor Augen zu haben. Also keine Angst, wenn Sie noch nicht so recht wissen, in welchem Bereich Sie später einsteigen möchten. Eine Jobmesse bietet eine ideale Möglichkeit Karriereweg zu erfragen.
Ihre Fähigkeiten und Stärken sollten Sie aber auf alle Fälle kennen und auch anschaulich darstellen können. Es nützt wenig, wenn Sie aufgefordert werden, etwas über sich zu erzählen, nur Schlagworte herunter zu beten. „Ich bin teamfähig, zuverlässig, problemlösungsorientiert und kontaktfreudig“. Eine solche Aussage wird keinen Unternehmensvertreter aus der Reserve locken. Spannender wird es auch nicht, wenn Sie Ihren Lebenslauf von A – Z herunterbeten: „Nach der Schule begann ich im Oktober 2005 mein Studium der Betriebswissenschaften. Im letzten Jahr war ich für ein Praktikum in London. Im Moment schreibe ich meine Abschlussarbeit….“ Beide Varianten sind wenig spannend. Was interessiert die Unternehmensvertreter? Was ist ausschlaggebend für oder gegen einen Kandidaten? Eine Verknüpfung aus Kompetenzen und Erfahrungen. Die Mischung macht es.
Die fachliche Qualifizierung muss stimmen. Bsp.: Absolvent Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Marketing, praktische Erfahrung durch relevante Praktika. Neben der fachlichen Qualifizierung spielen weitere Qualifikationen eine große Rolle. Hierzu gehören z.B. Auslandserfahrung, Fremdsprachenkenntnisse, EDV-Kenntnisse. Die dritte wichtige Komponente sind die weichen Faktoren auch Soft Skills genannt, die Sie zu einer einzigartigen Persönlichkeit machen. Ihrer Persönlichkeit stellen Sie mit dem „wie“ und „was“ dar. Z.B. Wie habe ich etwas erlebt? Wie konnte ich mich entwickeln? Was habe ich für mich daraus gelernt? Soft Skills bzw. diese weichen Fähigkeiten entwickeln und vertiefen Sie durch Erfahrungen und Erfolge. Durch die Erfahrungen beim Kunden entwickelten Sie die theoretischen Verkaufstrainings zu Ihrer persönlichen Verkaufskompetenz. Denn persönliche Verkaufskompetenz ist weit mehr als die fachliche Theorie der Trainings. Hier kommt Ihre Persönlichkeit also Ihre Soft Skills zum tragen.
Oder: Durch die Erfahrung bei der Planung und Durchführung einer Unifete entdeckten Sie Ihr Organisationstalent und das Gespür ein Team zu leiten. Dieses Talent können Sie nun theoretisch untermauern und durch weitere Tätigkeiten festigen. Wenn Sie also im Gespräch nur erzählen, wann Sie was gemacht haben, vergessen Sie den Erfahrungsschatz und den Lernfaktor dabei. Im Gespräch sollte also auch die Faszination, die Suche nach Herausforderungen, die Freude zu lernen, Spaß etwas zu tun, Reflexion und Weiterentwicklung des Erlebten Raum finden, um so Ihre Fähigkeiten plastisch darzustellen. Was so theoretisch klingt, ist eigentlich ganz einfach. Ich habe nicht einfach nur ein Praktikum in London gemacht, sondern warum London? Was hat mich fasziniert? Was habe ich gelernt? Was hat es mir für mein Leben gebracht? Wie hat es mich verändert? Kurzum Unternehmen interessieren sich für Ihre persönlichen Erfahrungen und Entwicklungen? Welche Skills haben Sie wie und wo erfahren, erlebt und gefestigt? Haben Sie also am Messestand und im Einzelgespräch keine Scheu mit Freude Ihre Persönlichkeit zu präsentieren. Das bin ich. Das sind meine Fähigkeiten, mein Erfahrungen und meine Qualifikationen.
Aber kennen Sie Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen? Das können Sie ganz einfach in zwei Varianten testen. Variante eins besteht aus einer Liste Verben. Verben drücken Aktivitäten und Zustände aus, für die man dann die Frage beantworten kann: Kann ich es gut? Liegt es mir? Ja oder nein. In der folgenden Abbildung finden Sie einige dieser aktiven Verben:


Eine andere Möglichkeit ist es, die Schlagworte, mit denen Kompetenzen umschrieben werden, mit den eigenen Erfahrungen zu umschreiben. Schlagworte zu Kompetenzen finden Sie in der folgenden Abbildung:


Das i-Tüpfelchen einer gelungenen Präsentation am Messestand und im Einzelgespräch ist nun, wenn Sie vorab bei der Unternehmensrecherche berücksichtigen, welche Qualifikationen das Unternehmen voraussetzt oder wünscht. Haben Sie diese, sollten Sie das auch erwähnen. Einfaches Beispiel: Ein Unternehmen legt Wert auf umfassende SAP-Kenntnisse. Sie konnten in einem Praktikum bereits hinreichende Erfahrung sammeln. Also sollten Sie dies auch hervorheben. Oder: Ein offenes Wesen, die Fähigkeit aktiv zu zuhören und eine gute Präsentationsfähigkeit wird erwünscht. Das Sie diese Skills beherrschen können Sie in zweifacher Hinsicht zum Ausdruck bringen. Zum einen können Sie über Erfahrungen anschaulich berichten und zum anderen diese Fähigkeiten im Gespräch aktiv zum Ausdruck bringen.
Da jedes Unternehmen eine andere Palette an Skills wünscht, sollten Sie im Vorfeld auf jedes Gespräch einstellen. Wann bringe ich welche Qualifikation verstärkt zum Ausdruck. Im Einzelgespräch können Sie sich mit der Überzeugungsarbeit mehr Zeit lassen und Qualifikationen Stück für Stück ausführlich darstellen. Beim Gespräch am Messestand, sollten Sie bereits bei der ersten kurzen Vorstellung Ihrer Person wichtige Skills kurz erwähnen, um sofort Interesse zu wecken. Signalisieren Sie damit gleich: „Hallo, von den gewünschten Qualifikationen bringe ich einige mit.“
Was mache ich nun, wenn ein Unternehmen sich im Internet und in Stellenanzeigen sehr allgemein ausdrückt und so gar nicht klar wird, was sie suchen? Dann stellen Sie auf der Messe genau diese Frage: „Was zeichnet für Sie den Idealbewerber aus? Welche Qualifikationen sind in Ihrem Unternehmen wichtig?“ Holen Sie sich auf der Messe diese wichtigen Daten, damit Sie diese gezielt in der schriftlichen Bewerbung einsetzen können.

Apropos, Bewerbungsunterlagen können Sie zur Messe mitnehmen. Es empfiehlt sich hier der Lebenslauf, Anlagen und ggf. ein neutral gehaltenes Motivationsschreiben. Verzichten Sie auf personifizierte Anschreiben. Denn eventuell richten Sie das Anschreiben an ein Unternehmen bzw. sogar an einen Ansprechpartner aus dem Messekatalog, nur um festzustellen, dass dieses Unternehmen keine Bewerbungsmappen annimmt und der Ansprechpartner leider nicht auf die Messe kommen konnte.
Besser sind also neutral gehaltene Bewerbungen, die Sie nach einem Gespräch auf Wunsch abgeben. Der Unternehmensvertreter wird die Unterlagen mit eigenen Notizen zu Ihrer Person und seinem persönlichen Eindruck versehen. Ein Anschreiben kann von Ihrer Seite dann noch via E-Mail nachgereicht werden.
Sie müssen keinen Bewerbungsmappen abgeben. Sie können sich genauso auf die Gespräche konzentrieren und Ihre Bewerbungen zeitnah per Post oder E-Mail nachsenden. Als sinnvoll hat es sich jedoch erwiesen, zumindest einige Lebensläufe dabei zu haben.

Zu einer gelungenen Selbstdarstellung auf der Jobmesse gehören noch weitere ganz grundsätzliche Punkte. Sie kann man ganz einfach mit „Knigge“ umschreiben. Der Blick in den Knigge soll diesen Messeratgeber abschließen.

4. Benimm ist in – ein Blick in den Knigge
Die Frage zum Dresscode kann ganz klar beantwortet werden. Handelt es sich um eine Messe auf dem Unicampus muss kein Anzug getragen werden. Trotz alledem sollten Sie die verwaschene, löchrige Lieblingsjeans und das Schlabbershirt im Schrank lassen. Flipflops und kurze Hosen sind allerdings nicht angebracht. Stehen Sie kurz vor dem Studienabschluss sollten Sie dem Unternehmen auch in Ihrer Kleiderwahl das Gefühl geben, dass Sie sich auf dem Weg ins Berufsleben befinden. Mit Jeans, Hemd und Sakko (ohne Krawatte) bzw. Bluse, Top und Blazer sind Sie auf der richtigen Seite. Findet eine Jobmesse in einem Hotel oder in Messehallen statt, gilt Business-Look. Um den Anzug kommt man als Herr also nicht herum. Für die Damen gilt Hosenanzug oder Kostüm. Alles dezent, eher etwas konservativ. Vermeiden Sie auffälligen Schmuck und der Rock sollte das Knie bedecken. Zurückhaltung gilt auch für den Ausschnitt von Tops oder Blusen. Dezent sollten auch Rasierwasser und Parfum verwendet werden.
Wichtig ist aber auch, dass Sie sich in Ihrer Kleidung wohlfühlen und auch auf schicke, aber bequeme Schuhe achten. Wenn der Schuh drückt oder das Sakko klemmt, kann man sich kaum frei und ungezwungen vorstellen.
Wählen Sie generell ein leichtes Marschgepäck. Auf den großen Rucksack oder die riesige Tasche sollten Sie beim Gang durch die Stände verzichten. Sie werden viele Prospekte und Werbematerial bekommen. Eventuell deponieren Sie eine größere Tasche an der Garderobe, in die Sie zwischendurch die gesammelten Materialien verstauen können. So vermeiden Sie am Ende des Tages mit vielen Werbetüten und Taschen von Stand zu Stand zu laufen.
Der feuchte Händedruck mag so manchem Unternehmensvertreter nach einem langen Messetag zur Weißglut bringen. Die in Deutschland übliche Begrüßung sollten Sie bei Gesprächen am Messestand deshalb behutsam verwenden und lieber erst einmal abwarten, wie der Unternehmensvertreter das handhabt. Anders beim Einzelgespräch, hier gehört der Händedruck zur höflichen Begrüßung.
Rücken Sie am Messestand ihrem Gesprächspartner nicht zu sehr auf die Pelle. Jeder Mensch braucht seinen Raum um sich. In Südeuropa ist dieser geringer, wie im Norden. In Deutschland ist die Armlänge als Abstand gut gewählt.

Zum Schluss sei noch gesagt, dass Sie mit Natürlichkeit und Authentizität immer gut bedient sind. Versuchen Sie sich nicht zu verstellen oder gar Theater zu spielen. Wer noch keine Übung in Gesprächen mit Unternehmensvertretern hat, sollte am ersten Messetag nicht gleich mit dem Traumunternehmen beginnen, sondern erst einmal Gesprächserfahrung sammeln.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) M.A. Angela Schütte







Erfolgreich bewerben beginnt mit der Stärken- und Schwächenanalyse


Die Stärken- und Schwächenanalyse ist der wichtigste Baustein zur erfolgreichen Bewerbung. Egal ob Berufseinstieg oder Berufswechsel, jeder sollte sich rechtzeitig Gedanken zu diesem Thema machen.

Wann beginnt der Bewerbungsmarathon?
Die Frage "wie bewerbe ich mich richtig" sollte man nicht erst mit dem Diplom in der einen und dem Stellenteil der Tageszeitung in der anderen Hand stellen. Wer nach dem Studienabschluss nicht nur irgendeine Beschäftigung für etwas Gehalt anstrebt, sondern Karriere machen möchte, sollte bereits nach dem Vordi-plom beginnen, seinen Berufseinstieg zu planen. Ähnlich sieht es beim Stellenwechsel nach 2-4 Jahren Berufserfahrung aus. Wichtig ist auch hier die genaue Planung der zukünftigen Karriere.

Die Selbstanalyse
Am Anfang der Planung steht die Selbstanalyse. Diese Selbsteinschätzung sowie eigene Vorstellungen und Ziele zu definieren ist unerläßlich. Denn wer nicht über seine eigene Person Bescheid weiß, kann auch nicht über sie Auskunft geben. Egal ob Lebenslauf oder Bewer-bungsgespräch: Sie sind immer gefragt. Die Basis dieser Selbstanalyse bilden vier ganz banale Fragen:
  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist möglich?
Nicht nur im stillen Kämmerlein sollten Sie die Antworten auf diese Fragen suchen, sondern auch im Gespräch mit Freunden, Verwandten, Professoren und mit Unternehmen. Kontinuierliches Lesen von Fach- und Wirtschaftsliteratur sowie die Recherche im Internet gibt Ihnen da-rüber hinaus ein breites Spektrum Ihrer beruflichen Möglichkeiten. Nur so erfahren Sie, was auf dem Arbeitsmarkt los ist, nur so können Sie lernen, Ihre Fähigkeiten einzuschätzen. Im Gespräch erfahren Sie, was andere von Ihren Fähigkeiten halten. Jobmessen sind hierfür eine ideale Quelle. Denn zum einen können Sie wichtige Informationen zum Unternehmen erfragen und zum anderen das Anforderungsprofil des Unternehmens an Sie kennenlernen. Durch den individuellen Kontakt haben Sie aber auch die Chance Ihre persönlichen Stärken darzulegen.
Bereits nach dem Vordiplom sollte zum Beispiel ein Student Informationen zum Berufseinstieg sammeln, um Neigungen karrierefördernd zu vertiefen und die notwendigen Voraussetzungen für einen nahtlosen Berufseinstieg zu schaffen. Dieser Meinung sind viel Personalverantwortliche.

Die Unternehmen wollen Eigeninitiative und Eigendynamik
Trotz des immer noch recht guten Arbeitsmarktes für Hochschulabsolventen und Young Professionals, insbesondere für Ingenieure, werden Ihnen die interessanten Joban-gebote nicht auf dem Campus Ihrer Hochschule entgegenfliegen oder Headhunter Schlange stehen. Den ersten Schritt für die Karriere müssen schon Sie selbst tun und auf die Unternehmen zugehen.

Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen? Eine Frage, die Ihnen in jedem Vorstellungsgespräch begegnen wird. "Wo kann ich in fünf Jahren stehen?" lautet Ihre Gegenfrage an die Unternehmen.
Sich in dem Unternehmen Ihrer Wahl wohlfühlen und persönliche Ziele verfolgen zu können, ist sehr wichtig. Haben Sie immer vor Augen, dass Sie dort die meiste Zeit des Tages verbringen werden. Sie werden nur volle Leis-tung erbringen, wenn das Arbeitsumfeld stimmt. Ein vorschneller Ent-schluss für einen Arbeitsplatz schadet Ihnen und auch dem Unternehmen. Richtig entscheiden können Sie aber nur, wenn Sie wissen, was Sie wollen. Und deshalb sollten Sie der Selbstanalyse genügend Zeit widmen.

Sie müssen von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein
Wer in der schriftlichen Bewerbung und im Vorstellungsgespräch die Unter-neh-men-svertreter davon überzeugen möchte, dass er der Idealkandidat für die ausgeschriebene Position ist, muss von seinen Fähigkeiten überzeugt sein. Die vier Grundfragen: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Was ist möglich? müssen von Ihnen in überzeugende Aussagen, wie Ich bin... Ich kann... Ich will... Ich möchte... umgewandelt werden.
  • Sich bewerben heißt sich verkaufen
ist vielleicht eine gewagte Aussage, aber sie trifft den Nagel auf den Kopf. Das Produkt, welches "verkauft" werden soll, ist Ihre Person und Ihre Arbeitskraft. Dafür müssen Sie eine Marketingstrategie entwickeln. Denken Sie einmal darüber nach, wieviel Energie ein Unternehmen aufbringt, um ein neues Produkt auf dem Markt zu platzieren, es zu etablieren und sich gegenüber der Konkurrenz einen Marktvorteil zu verschaffen. Diese Energie lässt sich an den Werbestrategien in Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen eindrucksvoll verfolgen. Wenn Sie diese Maßstäbe auf Ihre Person ansetzen, werden Sie begreifen, welche Anstrengungen Sie auf sich nehmen müssen, um gegenüber Ihren Mitbewerbern bestehen zu können und einen interessanten Arbeitsplatz zu bekommen. Bei der Entwicklung Ihrer Marketingstrategie hilft Ihnen das AIDA Prinzip:
  • Attraction
  • Interest
  • Desire
  • Action
Beispiel: Auf eine Stellenanzeige eines bekannten Markenartikelherstellers - ausge-schrie-ben wird ein Traineeprogramm für Wirtschaftsingenieure im Bereich Produktion - bewerben sich 200 Kandidaten. Ein Horrorszenario für Stellensuchende, aber eine interessante Auswahlmöglichkeit für das Unternehmen. 200 Arbeitsuchende, die glauben, dem Anforderungsprofil des Unternehmens zu entsprechen, 200 Wirt-schafts-ingenieure mit entsprechenden Fachkenntnissen, 200 Individuen mit unterschiedlicher Persönlichkeit.
Sie möchten diese Stelle auch. Entwickeln Sie Ihre Marketingstrategie, finden Sie für sich heraus, was Sie von all den anderen unterscheidet. Ihre persönlichen Vorzüge sind gefragt. Auch Sie haben Wirtschaftsingenieurwesen mit den gewünschten Schwerpunkten studiert. Warum entsprechen gerade Sie dem geforderten Profil des Unternehmens? Warum sind Sie der Kandidat, der mit Leistungsbereitschaft, Initiative, Motivation, Kreativität und Fachwissen dem Unternehmen die notwendigen Fortschritte, Marktchancen, Umsätze und Gewinne erarbeiten wird?

Das beschriebene Szenario mag übertrieben klingen. Ich möchte Ihnen mit einem solchen Beispiel nur die eine wichtige Tatsache vermitteln: Sie müssen eine Marketingstrategie für Ihre Person entwi-ckeln, die klar und deutlich Ihre Vorzüge in fachlicher und persönlicher Natur hervorhebt.

Verfügen Sie nicht über das so oft gewünschte Prädikatsexamen, dann müssen Sie um so mehr Ihre Persönlichkeit in den Vordergrund stellen. Denn was nützt dem Unternehmen ein Mitarbeiter mit der Note 1,0, wenn er keinen Biss, keine Teamfähigkeit, keine Leistungsbereitschaft, keine Kreativität und keine Motivation besitzt.
Achtung: Es nützt wenig, diese Schlagworte ohne Begründung aufzuzählen oder im Anschreiben aufzulisten. Anschauliche Beispiel aus der Praxis sind gefragt.
In der Selbstanalyse sollten Sie die Schlagworte aus den Anzeigen nehmen und in persönlichen Beispielen Ihre Fähigkeiten in jedem Punkt darlegen.

Nehmen wir zum Beispiel "teamfähig". Zur Beantwortung reicht nicht eine reine Aufzählung nach dem Motto "ich bin teamfähig." Sondern bei der Frage: Sind Sie teamfähig? könnte Ihre Antwort lauten: Ja, in meiner letzten Seminararbeit haben wir von der Recherche bis zu Ausarbeitung im Team gearbeitet. Es mir viel Spaß gemacht und mir gezeigt wie spannend und motivierend es ist Ideen im Team zu entwickeln und umzusetzen.

Idee: Lassen Sie sich auch von Ihrer Familie oder Freunden anhand der gängigen Schlagworte (teamfähig, kontaktfreudig, kommunikativ, motiviert, belastbar, flexibel, kreativ etc.) charakterisieren. Sie werden Erstaunliches über Ihre Person erfahren. Die gewonnenen Erfahrungen können Sie dann positiv für Ihre Bewerbung umsetzen.
Sie werden auch feststellen, dass Sie nicht nur Stärken haben, sondern auch Schwächen. Sehen Sie es positiv. Hat man eine Schwäche erkannt, kann man an ihr arbeiten.

Doch was antworten Sie auf die berühmt berüchtigte Frage: "Nennen Sie mir drei Stärken und drei Schwächen?"
Die Erarbeitung der Stärken haben wir ja gerade besprochen. Doch gravierende Schwächen, die Sie aus der Bewerberauswahl katapultieren würden (z.B. Sie sind der absolute Einzelkämpfer und tun sich mit der Teamarbeit eigentlich eher schwer) sollten Sie besser nicht anbringen. Warum stellen Unternehmensvertreter eigentlich diese Frage, wenn Sie doch keine ehrliche Antwort auf den Punkt "Schwächen" erwarten können?
Es ist die Stressfrage par excellence. Man möchte hier testen, wie Sie mit unangenehmen Frage umgehen. Die richtige Reaktion kann im späteren Berufsalltag sehr wichtig sein. Deshalb ist der Test im Bewerbungsgespräch für das Unternehmen ein Kriterium. Es geht also primär um das "wie" Sie antworten, weniger um das "was" sie antworten. Belanglose Schwächen eventuell auch aus dem Privatbereich können als Antwort dienen. Sei es die Schwäche für Kriminalromane "wenn ich erst einmal angefangen habe, kann ich nicht mehr aufhören" oder auch nur für Lakritz einer bestimmten Marke für die Sie schon einmal eine Fahrt zum Supermarkt in Kauf nehmen. Eine andere Variante sind Schwächen, die man eigentlich positiv bewerten kann: "Ich möchte alles perfekt erledigen und kann es nur schwer akzeptieren, wenn das Arbeitsergebnis hinter den Möglichkeiten zurückbleibt."

Auf diese Frage, mit der Sie durchaus auch schon bei einer ersten Begegnung auf einer Jobmesse konfrontiert werden können, sollten Sie sich vorbereiten. Sie wird direkt oder indirekt bei jedem Vorstellungsgespräch gestellt.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) M.A. Angela Schütte







Fit ins Vorstellungsgespräch


Da sitzen Sie nun endlich beim Unternehmen. Ein Glas Wasser vor sich, nette Floskeln zum Wetter und dem neuen Empfangszentrum des Unternehmens sind gewechselt. Entspannung macht sich noch nicht in einem breit, aber Sie haben das Gefühl, der erste Eindruck, den Sie hinterlassen haben, ist positiv.

Haben Sie Schwächen?
Gerüstet sind Sie auch für die berühmte Frage nach den Schwächen oder dem größten Misserfolg. Die Schwächen, die man sich zurechtgelegt hat, sind entweder privater Natur (kreative Unordnung auf dem Schreibtisch, die so geliebten Dickmacher in Form von Pralinen) oder sind eigentlich positiv zu bewerten (alles sollte möglichst perfekt sein, Ungeduld, wenn Dinge nicht schnell erledigt werden können). Aber besonders fachlich haben Sie sich gut vorbereitet. Die wichtigen Erfahrungen und Erfolge aus den letzten Projekten können positiv ins Licht gerückt werden. Sprachkenntnisse sind frisch aufpoliert. Und Sie haben sich ausführlich über Strukturen und Strategien des Unternehmens, bei dem Sie sich beworben haben informiert. „Erzählen Sie etwas über sich“. Selbstverständlich, gerne. Ob drei oder fünf Minuten, Sie können sich ins rechte Licht rücken und alle relevanten Kompetenzen optimal in Beispielen aus Studium und Beruf darstellen.

Wer bist du? Das Unternehmen möchte Sie kennen lernen.
Doch was ist das denn jetzt? Warum reden die Unternehmensvertreter jetzt von Urlaub? Was machen Sie im Urlaub? Haben Sie einen großen Freundeskreis? Engagieren Sie sich in Vereinen? Treiben Sie Sport? Was lesen Sie? Was sehen Sie am liebsten im Fernsehen? Was tun Sie, wenn Sie mal richtig entspannen möchten? An Entspannung denken! Im Moment verkrampfen Sie immer mehr. Was wollen die mit solchen Fragen erreichen?
Man möchte Sie kennen lernen. In all Ihren Facetten. Was für ein Mensch sind Sie neben dem Beruf? Wie gestalten Sie Ihren Ausgleich zum Beruf? Lieben Sie den Kontakt zu anderen Menschen? Engagieren Sie sich für und mit anderen im Team? Lesen bildet, Sport sorgt für Gesundheit und Ausgleich, Freunde und Engagement zeichnen kontaktfähige, umgängliche und offene Menschen aus. Sich entspannen können ist wichtig, um Stress zu verarbeiten. Nur so gelingt es, hohen Anforderungen mit gleichbleibendem Elan zu begegnen.

Unternehmen suchen Persönlichkeiten
Entspannen Sie sich also bei solchen Fragen. Unternehmen suchen Persönlichkeiten, die mehr ausmacht, als nur die Fachkenntnisse sowie Erfahrungen und Erfolge aus dem beruflichen Hintergrund. Offene, aber auch wohldosierte Information aus dem privaten Umfeld sollten Ihnen leicht von den Lippen gehen. Jedoch seien Sie immer darauf bedacht, dass ein positives Bild entsteht. Probleme im Verein, mit Freunden, im Sport oder die detaillierte persönliche Meinung zu Literatur, Politik oder Wirtschaft ist fehl am Platze.
Viel Erfolg!

Autor: Dipl.-Ing. (FH) M.A. Angela Schütte