Karriereforum: Berufseinstieg und Karriere



Nutzen Sie den Bewerbungsratgeber, den Angela Schütte für Berufsstart - die Jobbörse für Absolventen und Praktikanten geschrieben hat





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Karriereforum



CareerVenture - Termine Jobmessen 2022

Recruiting-Events für High Potentials mit Einzelinterviews

Recruiting-Veranstaltung mit Einzelinterviews, die sich durch ihre Effektivität, den Serviceumfang und ihren Rahmen deutlich von den üblichen Karrieremessen abgrenzt. Bewerben können sich Studierende, Absolventen und Doktoranden aller Fachrichtungen, die sich für einen Berufseinstieg interessieren sowie Young Professionals, die einen Arbeitgeberwechsel beabsichtigen.

Teilnehmende Kandidaten können an nur einem Tag mehrere vorterminierte Interviewtermine mit Vertretern der attraktivsten Arbeitgeber führen und sich darüber hinaus im Rahmen von Vorträgen und Spontankontakten zusätzlich über die teilnehmenden Unternehmen informieren.

Folgende Termine werden 2022 angeboten:
  • CAREER Venture® information technology summer 2022
    in Kooperation mit der Gesellschaft für Informatik (GI)
    Termin: 20.06.2022, Bewerbungsschluss: 22. Mai 2022
    Ort: München, Holiday Inn Unterhaching
  • CAREER Venture® business & consulting fall 2022
    Termin: 26.09.2022, Bewerbungsschluss: 29. August 2022
    Ort: Frankfurt, Lindner Congress Hotel
  • CAREER Venture® information technology fall 2022
    in Kooperation mit der Gesellschaft für Informatik (GI)
    Termin: 31.10.2022, Bewerbungsschluss: 4. Oktober 2022
    Ort: Stuttgart, Vienna House Easy Mo.
  • CAREER Venture® women 2022
    Termin: 06./07.12.2022, Bewerbungsschluss: 8. November 2022
    Ort: Seeheim, Lufthansa Training & Conference Center
Mehr Informationen und Bewerbung unter www.career-venture.de.





Online Karrieremesse Women&Work am 21. Mai 2022

„Dream big! Design your career“: Träume groß – gestalte deine Karriere. Das ist der Aufruf der digitalen WOMEN&WORK in diesem Jahr.

Auf der WOMEN&WORK können Besucherinnen:
  • über 50 Arbeitgeber kennenlernen.
  • an mehr als 100 Vorträgen und Kongressbeiträgen teilnehmen.
  • Vier-Augen-Gespräche mit Arbeitgebern führen
  • zukünftige Kolleginnen und Kollegen treffen.
Unter dem Motto „Genial! Digital“ sind am 21. Mai von 10-16 Uhr rund 50 Arbeitgeber auf der Suche nach weiblichen Nachwuchs-, sowie Fach- und Führungskräften, u.a. das Auswärtige Amt, BASF, BAYER, BearingPoint, Covestro, Dell Technologies, Deutsche Bahn, Deloitte, ESA – European Space Academy, EY, Freudenberg, Gothaer Versicherungen, Lidl, PwC, Samsung, Sanofi, Zeiss und viele spannende Arbeitgeber mehr.

Mehr als 100 Fachvorträge und Kongressbeiträge sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das den Besucherinnen spannende Einblicke in den Alltag der Unternehmen bietet. Gleichzeitig können in den Recruiting-Lounges Vier-Augen-Gespräche geführt und zukünftige Kolleginnen und Kollegen kennengelernt werden.

Die Kongress-Eröffnung wird auch in diesem Jahr traditionell wieder mit dem beliebten „Company-SLAM“ starten: Rund 30 Arbeitgeber slammen 60 Sekunden und laden die Besucherinnen zu weiteren Gesprächen ein.

„Außer physischem Händeschütteln und unnötig Müll zu produzieren ist auf der digitalen WOMEN&WORK alles möglich, was man von einem Recruiting-Event erwartet: Vernetzung, ungestörte Vier-Augen-Gespräche, volle Vortragssäle und Spaß im Team. Wir sehen bei uns keinen Bedarf für physische Events mehr,” sagt Dr. Nina Gillmann, CEO von TWISE und ehemalige McKinsey-Beraterin.

Seit 2011 gibt es die WOMEN&WORK – pandemiebegingt verlagerten die Initiatoren Melanie & Holger Vogel das Format 2021 ins Internet. Das Online-Format erfreut sich großer Beliebtheit bei Arbeitgebern und Besucherinnen gleichermaßen. Zur Durchführung nutzen die Veranstalter die interaktive Plattform trember, die das Gesprächsverhalten von der realen in die virtuelle Welt überträgt und so ein einzigartiges Messe- und Kongress-Feeling schafft.

Der Besuch der digitalen WOMEN&WORK ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig: https://www.womenandwork.eu/anmeldung/
Anmeldeschluss ist der 18. Mai.





Arbeiten im Startup – pros and cons
von Angela Schütte

Folgende Frage erreichte mich vor kurzem über LinkedIn: „Angela, what are the pros and cons of working at a startup?“ Für mich war das Grund genug, sich mit Frage einmal zu beschäftigen und ein paar Gedanken in einem kleinen Artikel zu veröffentlichen.

15 Jahre habe ich ein kleines Unternehmen, einen Verlag geleitet. Okay, es war kein Startup mehr, aber es war ein Unternehmen, dass in dieser Zeit einem sehr starken Wandel unterzogen wurde. Wir haben öfter Hochschulabsolventen eingestellt. In einem kleinen agilen Umfeld kann man extrem viel lernen und sich selbst ausprobieren. Startup’s sind geprägt von einer Kultur des Entdeckens und so bietet der Berufseinstieg beim Startup die Möglichkeit unterschiedliche Bereiche und Herangehensweisen kennenzulernen und auszuprobieren. Voraussetzung sind aber eine wertschätzende agile Unternehmenskultur mit flachen Hierarchien. Auch das ist etwas, was man in viele Startup Organisationen finden kann.

Der Einstieg in ein Startup erfordert viel Enthusiasmus und intrinsische Motivation. Der richtige Weg muss oft selbst gesucht und angeschoben werden. Gerade als junger Mensch kann das viel Spaß machen und einen selbst erfüllen.

Doch oft ist die Karriere im Startup nicht auf lange Zeit ausgelegt. In unserem Verlag lag die Verweildauer der Hochschulabsolventen bei zwei bis drei Jahren. Wir konnten dann trotz stetiger Weiterentwicklung zu wenig Neues bieten. Die Karriereentwicklung reichte nicht. Hier stoßen kleine Unternehmen an Grenzen. So muss man sich an den Gedanken gewöhnen, dass man bei einem Berufseinstieg im Startup eventuell sich nach einiger Zeit auf die Suche nach einer neuen Herausforderung im Job macht.

Nach dem Job im Startup bietet es sich an in einem größeren Unternehmen einzusteigen, um auch hier Erfahrungen zu sammeln. Hier Hochschulabsolventen, die unseren Verlag verlassen haben, sind allesamt in größeren Unternehmen und Konzernen untergekommen. Das widerlegt die allgemeingültige Meinung, dass man nicht mehr in den Konzernen aufsteigen kann, wenn man im kleinen Unternehmen startet. In einer Zeit des digitalen Umbaus, der oft bei größeren Unternehmen schleppend verläuft, kann sich die Erfahrung aus dem aglien Umfeld des Startups sehr positiv auswirken. Also keine Scheu haben, nach dem Studium erst einmal klein anzufangen.
  • Pros: Für einen Berufseinstieg im Startup spricht die meist lockere Atmosphäre, die Chance viele Bereiche kennenzulernen und die Möglichkeiten selbst etwas zu bewegen. Mit der Erfahrung stehen einem später auch die Türen zu größeren Unternehmen offen.
  • Cons: Man braucht viel Elan und Energie für den Job und es kann sein, dass die Karrieremöglichkeiten nach ein paar Jahren versiegen und man sich neu umschauen muss.





Karriere in der Wissenschaft - mit dem Master zur Promotion und dann?
von Angela Schütte

Studierdende sind heutzutage schon früh dazu aufgerufen die Weichen für ihre Karriere zu setzen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masters stellt sich dann die Frage in die Wirtschaft zu gehen oder eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. In dem folgenden Artikel erhalten Sie Tipps und Denkanstöße zur Promotion und darüber hinaus.

Mit der Promotion in die Wirtschaft
Die Promotion kann in einigen Bereichen für eine Karriere in der Wirtschaft relevant sein. Zum Beispiel ist sie in der angewandten Forschung oft Voraussetzung. Deshalb promovieren Absolventen aus den Naturwissenschaften, aber auch vielen anderen Studiengängen auch mit dem Ziel einer Karriere in der Wirtschaft gerne. Planen Sie eine Karriere in der Wirtschaft, sollte sich dies aber in der Themenauswahl und in der Art und Weise der Durchführung wiederspiegeln. Praxisbezug ist gefragt. Das bezieht sich nicht nur auf das Thema der Dissertation, sondern auch auf die Tätigkeit zur Finanzierung und das Netzwerk, dass während der Promotionsphase gebildet werden sollte. Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern können gar nicht früh genug geknüpft und gepflegt werden. Diese Aspekte sollten bei der Wahl des Doktorvaters bzw. Fakultät oder ein Promotionsprogramm berücksichtigt werden.

Promotionsstudiengang, -programm oder traditionelle Promotion?
In Deutschland hat sich der PhD. noch nicht durchgesetzt, denn die traditionelle Promotion „Made in Germany“ genießt innerhalb Deutschlands, aber auch weltweit ein hohes Ansehen. Abgesehen davon sind beide Abschlüsse als gleichwertig zu betrachten und bei einer geplanten internationalen Karriere dürfte der PhD. sogar von Vorteil sein, da seine Anerkennung im internationalen Umfeld gegeben ist. Wie Sie promovieren sollten Sie jedoch hauptsächlich von Ihrer ganz persönlichen Arbeitsweise abhängig machen.

Promotionsstudiengang und -programm
Ein Promotionsprogramm oder –studiengang bietet klare Strukturen, einen Zeitrahmen und damit auch einen gewissen Zwang sich mit dem Thema zu beschäftigen. Netzwerke können durch die Rahmenveranstaltungen und die anderen Promovenden gut gebildet und gefestigt werden. Sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein Promotionsprogramm bzw. universitärer Promotionsstudiengang dauert in der Regel drei Jahre. Wobei der Promotionsstudiengang einen verpflichtenden Curriculum beinhaltet. Neben der Promotionsarbeit, die natürlich entsprechend betreut wird, erfolgt hier eine Vergabe von Credit Points für besuchte Veranstaltungen. Erfolgreich abgeschlossen ist das Programm also in der Kombination von einer vorgegeben Anzahl an Credit Points und der erfolgreich verfassten Promotionsarbeit.

Promotionsprogramme hingegen haben keinen so strikten Seminarplan. Es besteht bei einigen Programmen durchaus die Möglichkeit diese berufsbegleitend zu absolvieren, da die Präsenzphasen im Block angeboten werden. Somit kann Berufserfahrung und Promotion kombiniert werden. Dies erleichtert auch die Finanzierung. Bei Promotionsprogrammen ist die Praxis oft mit inbegriffen, da diese gerne Forschungsprojekte gebunden werden. Somit ist die Finanzierung erleichtert. Bei einem Promotionsstudiengang muss selbst für die Finanzierung gesorgt werden.

Traditionelle Promotion
Trotz dieser Vorteile promovieren über 90 % in Deutschland nach dem traditionellen Modell. Es verlangt vom Doktoranden eine gehörige Portion Eigenmotivation, Durchhaltevermögen und Selbstständigkeit. Die Doktoranden der traditionellen Promotion gelten als Einzelkämpfer. Eine Eigenschaft, die einem durchaus liegen muss.

In der traditionellen Promotion promoviert der Doktorand individuell an einer Fakultät zu einem selbst gewählten Thema. Ziel ist die Erstellung und Veröffentlichung der Dissertation. Die Finanzierung erfolgt nicht selten über eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät. Betreut wird der Doktorand vom Doktorvater, einem Professor der Fakultät.

Thema und Doktorvater finden
Motivation, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen wird schon bei der Suche nach dem Doktorvater auf die Probe gestellt. Zuerst sollte jedoch ein geeignetes Thema gefunden werden. Dies kann zwei bis drei Monate Zeit in Anspruch nehmen. Immerhin muss ein neues relevantes Forschungsthema generiert werden, welches einen Doktorvater überzeugt und besonders auch Sie selbst fasziniert. Auf der Webseite des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – www.forschungsportal.net finden sich Dissertationsthemen aus dem Bestand der Deutschen Bibliothek.

Gehen Sie eigenständig auf die Suche nach einem Doktorvater zu begeben und begeben Sie sich nicht in die Hände eines Promotionsberaters. Verlassen Sie sich auf Ihre eigene Motivation und Einschätzung. Hier ein paar Anhaltspunkte für die Suche. Der Doktorvater nimmt eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Arbeit ein. Er ist Experte, Mentor und nicht selten auch Vorgesetzter. Die Chemie im Miteinander muss stimmen. Darüber hinaus sollte der Doktorvater in spe ein Experte auf dem Gebiet des gewählten Themenfeldes sein. Ein Check der veröffentlichten Publikationen kann hier Auskunft geben. Die Betreuungsqualität kann zum Beispiel im Gespräch mit ehemaligen Doktoranden geprüft werden.

Um mögliche Professoren und Fakultäten zu finden, kann das Netzwerk der eigenen Hochschule von Bedeutung sein. Recherche und die Einbindung von Kontakten ist insgesamt sehr wichtig. Hilfreich kann auch die Webseite des Hochschulkompass sein (www.hochschul-kompass.de) sein. Vor der Bewerbung sollte genau geprüft werden, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Dies wird von Hochschulen und Fakultäten ganz unterschiedlich gehandhabt. Auch wenn die Suche aufwendig ist, lohnt sich die Recherche, um die Voraussetzungen und die Betreuung zu finden, die die eigene Forschungsarbeit beflügeln und nicht behindern.

Natürlich wählen Sie auch beim Promotionsstudiengang bzw. –programm das Thema selbst. Bei der Wahl der Universität bzw. der Graduiertenschule muss berücksichtigt werden, dass sich das Thema in die Forschungslandschaft des Instituts einfügt. Wichtig ist auch, dass die zur Verfügung stehenden Betreuer fachlich weiter helfen können. Somit sollten ähnlich wie bei der Suche nach dem Doktorvater Veröffentlichungen recherchiert und die fundierte Betreuung hinterfragt werden.

Erfolgreich bewerben bei Promotionsprogramm und Doktorvater
„Wie ich in den Wald hinein schreie, so hallt es wieder heraus.“ - Knigge ist gefragt bei der Ansprache und Bewerbung. Wichtig ist eine individuell gestaltete Anfrage. Standardisierte E-Mails haben wenig Chance. Ein großes Augenmerk sollte auf das Anschreiben gelegt werden. Hier steht die Motivation und Faszination für das eigene Thema im Vordergrund und natürlich sollte das eigene Fachwissen fundiert dargestellt werden. Ein Anschreiben für einen Hochschullehrer oder ein Promotionsprogramm und -studiengang darf, im Gegensatz zu einem Anschreiben an ein Unternehmen, gerne bis zu zwei Seiten umfassen. Somit bietet sich genügend Raum Motivation, Thema und Kompetenz zu beleuchten.

Ein Lebenslauf als weiterer Bestandteil der Bewerbung ist immer tabellarisch und umfasst um die zwei Seiten. Schwerpunkt bildet natürlich der akademische Hintergrund. Relevante Projekte oder Seminare aus dem Studium können erwähnt werden. Ein Bild ist nicht verpflichtend, wird aber in Deutschland immer noch gerne gesehen. In die Anlagen gehören die Hochschulzeugnisse und wenn vorhanden, macht sich ein Referenzschreiben eines früheren Professors immer gut.

Bei Initiativanfragen sollten die Bewerbungsunterlagen nicht einfach verschickt werden. Einer vorgeschalteten telefonischen Anfrage ist immer Vorzug zu geben. Gehen Sie so individuell wie möglich vor und bereiten Sie jedes Gespräch durch eine gute Recherche zur Fakultät und dem Professor vor. Nur mit fundierten Informationen und einer guten Darstellung Ihres Themas und Ihrer Person können Sie Interesse wecken und überzeugen.

Finanzierung der Promotion
Bei der traditionellen Promotion und bei einigen Promotionsstudiengängen sind Sie in der Regel selbst für die Finanzierung verantwortlich. Eine gute Möglichkeit bietet sich in einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät. Leider sind diese Stellen häufig zeitlich befristet. Es ist also sicherzustellen, dass die Promotion in diesem Zeitraum abgeschlossen werden kann oder Alternativen zu Verfügung stehen. Informationen zur Bezahlung (TV-L) kann über http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/ abgefragt werden.
Nicht immer werden Vollzeitstellen angeboten und somit ist eine weitere Geldquelle zu finden. Hier könnten Stipendien weiterhelfen, wie zum Beispiel die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Dieses unterstützt Doktoranden über drei Jahre mit etwa 1.000 Euro im Monat. Deutschland verfügt über eine vielfältige Stiftungslandschaft. Jedoch knüpfen die Stiftungen eine Vergabe an Kriterien wie gewisse Altersgrenzen oder bei kirchlichen Stiftungen die Religionszugehörigkeit. Auch ist die finanzielle Unterstützung immer zeitlich begrenzt.

Einfacher gestaltet sich die Finanzierung bei strukturierten Promotionsprogrammen an Graduiertenschulen oder einigen Promotionsstudiengängen. Hier bewirbt man sich dann nicht nur für das Programm, sondern zeitgleich für die finanzielle Förderung. Bei einer Zusage ist die Finanzierung gesichert.

Man wird entweder über ein Stipendium gefördert oder kann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter antreten. Diese Förderung ist jedoch an die Regelzeit des Programms von meist drei Jahren gebunden. Absolventen aus dem Ausland, die in Deutschland promovieren wollen und eine finanzielle Unterstützung benötigen, wenden sich für eine Förderung am besten an den DAAD.

Promotion geschafft – Wie geht es jetzt weiter?
Wer sich nach seiner Promotion in die Wirtschaft orientiert, greift am besten auf sein in der Zeit der Promotion gut gefülltes und gepflegtes Netzwerk und natürlich die vielen Stellenbörsen, Jobmessen etc. zurück. Auch bei guter Arbeitsmarktlage sollte die Jobsuche bis zu einem halbem Jahr vorher in Angriff genommen werden. Gerade in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereichen sollte ein nahtloser Übergang angestrebt werden. Wissen veraltet in unserer heutigen Gesellschaft schnell. Wenn die Jobsuche nach der Promotion länger hinzieht, ist es wichtig das Fachwissen aktuell zu halten.

Karriere in der Wissenschaft
Der klassische Karriereweg nach der Promotion führt in die Wissenschaft und mündet in eine Professur. Eine Karriere in der Forschung mag steinig sein, bedeutet aber auch eine spannende Karriere, die durch die Freiheit der Forschung immer wieder neue Aspekte bereithält. Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt, muss Durchhaltevermögen haben, darf nicht vor Niederlagen zurückschrecken und sollte beständig seinen Weg verfolgen. Eine unverwüstliche Begeisterung für das eigene Fachgebiet sind unbedingt erforderlich. Das Ziel, die Professur, will hart erarbeitet sein. Meist erst mit über 40 Jahren ist die Habilitation erreicht und eine Professur möglich.

Der Weg dorthin ist steinig. Postdoc Stellen sind meist zeitlich befristet. Somit ist eine Karriere- und Lebensplanung kaum möglich. Besonders Frauen haben darunter zu leiden. Deshalb werden nur wenige Wissenschaftlerinnen auch Mütter. Zu alledem gestaltet sich die Stellensuche problematisch, da es besonders in Deutschland wenige attraktive Stellen unter der Professur gibt.

Die Habilitation gilt immer noch als der übliche Weg zur Professur. Eine Habilitationsschrift oder vergleichbare Leistungen, die sich in Veröffentlichungen manifestieren, können je nach Habilitationsordnung und Fachbereich zum erfolgreichen Abschluss führen. Wer es geschafft hat, darf an deutschen Hochschulen selbstständig lehren und forschen.

Ein weiterer Weg führt über die Juniorprofessur. Hier erfolgt eine Anstellung zunächst auf drei Jahre und mündet in eine Zwischenevaluation. Wird diese erfolgreich absolviert, wird das Arbeitsverhältnis um drei Jahre verlängert. Danach wird eine weitere Evaluation durchgeführt. Es besteht dann die Möglichkeit einer Dauerprofessur (Tenure Track), wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Das Emmy Noether-Programm ist ein alternativer Weg, der in die wissenschaftliche Selbstständigkeit führen kann. In einer fünfjährigen Förderung erwirbt man nach der erfolgreichen Promotion die Befähigung zum Hochschullehrer (Infos unter www.dfg.de, Stichworte Forschungsförderung und Emmy Noether-Programm.

Der letzte Schritt – Die Berufung
Fachwissen allein genügt nicht, um eine der begehrten Stellen zu bekommen. Beziehungen und das schon mehrfach erwähnte Netzwerk spielen eine große Rolle. In den Jahren als Nachwuchswissenschaftler kann ein Mentor, aber auch der gelungene Auftritt auf der wissenschaftlichen Bühne bei Tagungen und Kongressen wichtige Bausteine sein. Um voranzukommen bedarf es, wie schon angemerkt, Ausdauer, Geduld, aber auch Mut und feste Überzeugung in dem eigenen Weg.

Links und Informationen auf einen Blick:
  • ür einen Berufseinstieg im Startup spricht die meist lockere Atmosphäre, die Weiterführende Links, allgemeine Informationen, Gesetzestexte: www.bmbf.de
  • Dissertationsthemen und Informationen rund um die Promotion: www.forschungsportal.net.
  • Informationen zu Promotionsprogrammen etc.: www.hochschul-kompass.de
  • Wiki-Portal für Promotion, Habilitation etc., Infos und Möglichkeiten zum Austausch: www.hochschulkarriere.de
  • Forschungsförderung in der Promotion und danach: www.dfg.de, www.daad.de
  • Tarifgehälter im öffentlichen Dienst: http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/
  • Webportal von Die Zeit: www.academics.de





Warum es uns so schwerfällt, Neues zu wagen
von Patrizia Patz

„Wenn Sie morgen 10 Millionen im Lotto gewinnen, würden Sie Ihren jetzigen Job behalten?“ Wenn Sie darauf mit JA antworten, haben Sie wohl einen Beruf, den Sie lieben, der vielleicht sogar Ihrer Berufung entspricht. Haben Sie mit NEIN geantwortet, dann machen Sie Ihren Job eher aus Gründen der finanziellen Sicherheit als aus Passion.

IVielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden sind und kostbare Lebenszeit nicht mehr mit einem Beruf vergeuden wollen, der sie nicht erfüllt. Sie suchen schon lange nach Ihrem Traumjob? Aber irgendwie stecken Sie fest. Sie haben Bücher gewälzt, Persönlichkeits-Tests durchgeackert oder in ein Coaching investiert, um herauszufinden, worin Ihre Berufung besteht. Vielleicht wisse Sie dadurch sogar, was Ihre Talente sind und was Sie gerne tun würden. Und trotzdem machen Sie immer noch den gleichen Job, tagein tagaus, vielleicht sogar in derselben Firma? Warum will es uns trotz der Unzufriedenheit nicht gelingen, etwas zu verändern?

Hindernis Nr. 1: Mangelnde Klarheit
Schon die eigene Berufung zu finden, ist schwer. Unsere Kultur ist nur wenig darauf eingestellt, das Potenzial des Einzelnen zu fördern. Die Generation unserer Eltern hat noch die zu ihrer Zeit gültigen Regeln zum Thema Arbeit internalisiert und gibt sie an uns weiter. Ein sicherer Arbeitsplatz und ein regelmäßiges Gehalt stehen in vielen Köpfen immer noch weit vor Selbstverwirklichung und Sinn erfülltem Tun. Unser Schulsystem presst uns in ein Programm, in dem jeder alles gleich gut können muss, um zu bestehen. Einzeltalente außerhalb des „Lehrplans“ verkümmern, weil sie für unwichtig angesehen werden.

Nach diesem langjährigen „Gleichmachungsprozess“ soll der junge Mensch sich dann für einen Beruf entscheiden. Auch hierbei bekommt er nur wenig Hilfe. „Mach doch eine Banklehre. Da hast du was Vernünftiges.“ Solche oder ähnliche Ratschläge aus dem Umfeld machen das Dilemma deutlich: es wird eher nach Erfolg versprechenden Karrieren im Außen gesucht, anstatt herauszufinden wofür der Berufssuchende brennt. So beginnt die langjährige Odyssee durch die Arbeitswelt, im scheinbar sicheren Hafen der Mittelmäßigkeit, die im schlimmsten Falle damit endet, dass wir sehnsüchtig auf die Rente warten.

Hindernis Nr. 2: Unsere unbewussten Hürden im Kopf
Aber selbst, wenn wir wissen, was unser Traumjob ist, tauchen die nächsten Hürden auf, die uns davon abhalten, ins Tun zu kommen. Das Problem: wir glauben, diese Hürden sind die Umstände, in denen wir leben – die Kinder, das liebe Geld, die Regierung, der Arbeitsmarkt. Was uns nicht bewusst ist: wir stehen uns selbst im Weg! Nicht die Umstände sind dafür verantwortlich, dass wir unser Ding nicht machen, sondern die Hürden in unserem Kopf.

Wir ticken im Überlebensmodus: In unserer modernen Kultur werden wir von Kindheit an auf Sicherheit konditioniert. Es wird uns beigebracht, dass die sicherste Art zu überleben in einer festen Anstellung mit Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung besteht. Wir opfern alles dafür, um uns sicher zu fühlen. Und je mehr wir uns an Sicherheit und Komfort gewöhnt haben, desto schwerer fällt es uns, unsere Komfortzone zu erweitern. Jede kleinste Veränderung wird dann als lebensbedrohlich angesehen und muss unbedingt vermieden werden. Das eigene Ding zu machen, rückt in unerreichbare Ferne.

Wir glauben unseren eigenen Geschichten
Wir Menschen sind nicht mit der Welt direkt in Beziehung, sondern über die Art und Weise, wie wir über die Welt denken. Unsere Geschichten über die Welt formen unsere Realität und beeinflussen unsere Wahrnehmung. Und sie bestimmen auch das Ausmaß der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen.
  • »Ich würde ja gerne XY machen, aber damit verdient man kein Geld.«
  • »Da müsste ich ja erstmal ein Studium machen. Sonst nimmt mich doch keiner ernst.«
  • »Da gibt es schon so viele, die das machen. Da habe ich doch keine Chance, reinzukommen.«
Wir halten diese Geschichten unbewusst für wahr und gehen nicht weiter, da es laut der Geschichte unmöglich ist!

Wir haben Angst vor der Angst
Angst ist in unserer Kultur ein verschmähtes Gefühl. Wir sollen keine Angst fühlen (Feigheit) und wir wollen keine Angst fühlen (Unsicherheit). Das ist zumindest unsere erlernte Geschichte über Angst. Diese Prägung führt dazu, dass wir unsere Angst ins Unbewusste verdrängen, um sie nicht zu fühlen, und möglichst alles vermeiden, was uns Angst macht. So werden wir zu Kontrollfreaks und Komfortzonenbewohnern.

Wenn wir neue Wege gehen wollen, um unser Ding zu machen, ist Angst allerdings unvermeidlich! Solange wir keine Angst fühlen wollen, müssen wir darauf verzichten, Neues zu wagen.

Wege aus dem Dilemma
Wir stecken also in einem Dilemma fest. Auf der einen Seite der Wunsch nach Veränderung und auf der anderen Seite die Hürden im Kopf, die uns daran hindern. Wie können wir dem entkommen, um endlich unser Ding zu machen?

1. Schmerz der Unzufriedenheit als Treibstoff nutzen. Wir können unterschiedlich mit Schmerz umgehen. Wir können jammern und uns als Opfer sehen oder die Botschaft im Schmerz ernst nehmen und dafür nutzen, unsere Grenzen zu erweitern.
2. Sich bewusst machen: Sicherheit eine Illusion – und schrittweises Vorgehen. Sein Ding zu machen, heißt nicht, sofort auf volles Risiko zu gehen. Wir können schrittweise vorgehen und so die Erfahrung machen, dass wir nicht sofort sterben, wenn wir Neues wagen.
3. Sich mit der eigenen Angst anfreunden. Angst ist unsere Verbündete, wenn es darum geht, Neuland zu entdecken. Angst lässt uns wach, vorsichtig und kreativ sein. Wenn Angst für uns okay ist, können wir erste Schritte in unbekanntes Gebiet machen.

Patrizia Patz
Ich mach mein Ding - Wie du Beruf und Berufung vereinst
1. Auflage BusinessVillage 2021
ISBN-Buch 978-3-86980-599-3 19,95 Euro
ISBN-PDF 978-3-86980-600-6 15,95 Euro
ISBN-EPUP 978-3-86980-601-13 15,95 Euro


Mehr Infos: https://www.businessvillage.de/ich-mach-mein-ding-/eb-1120.html